Glossar

Begriffe rund um Rückenschmerzen, digitaler Technologien und Medien im Gesundheitsbereich 
Akuter Rückenschmerz:

Von akutem Rückenschmerz spricht man, wenn die Beschwerden seit maximal 6 Wochen andauern.

Subkuter Rückenschmerz:

Von subakutem Rückenschmerz spricht man, wenn die Beschwerden zwischen 6 und 12 Wochen andauern.

Chronischer Rückenschmerz:

Von chronischem Rückenschmerz spricht man, wenn die Beschwerden mehr als 12 Wochen andauern.

Rezidivierender Rückenschmerz:

Wenn Patienten zwischen Phasen mit Rückenschmerzen längere schmerzfreie Episoden haben, die mindestens 6 Monate andauern, spricht man von rezidivierendem (wiederkehrendem) Rückenschmerz.

Biopsychosoziales Modell:

Man geht davon aus, dass Schmerz und sein Verlauf von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren beeinflusst wird, die auch miteinander interagieren.

Chronifizierung:

Als Chronifizierung wird der Übergang von einer vorübergehenden (akut) zu einer dauerhaften Präsenz (chronisch) von Rückenschmerz bezeichnet.

Chronifizierungsrisiko:

Das Risiko, mit dem akute Schmerzen chronifizieren, unterscheidet sich zwischen Patienten. Beim Vorliegen von bestimmten Risikofaktoren (beispielsweise psychosoziale Belastung, vorangegangene Schmerzepisoden, Depression) ist die Chronifizierung wahrscheinlicher. Rise-uP möchte daher das Chronifizierungsrisiko so früh wie möglich bestimmen, um die Chronifizierung von vornherein zu verhindern. Das geschieht über einen kurzen Fragebogen.

Cisco:

Dieses Gerät dient bei Rise-uP der Vernetzung der Ärzte. Es handelt sich dabei um eine Art Bildschirm, mit dem man ähnlich wie bei Skype, videotelefonieren kann – über eine sichere Leitung.

e-health:

Einsatz elektronischer Techniken in der Behandlung, die besonders der Vernetzung der behandelnden Ärzte dienen (s. auch Telemedizin).

Elektronische Patientenakte:

Die Patientendaten werden elektronisch sicher gespeichert, so dass anderen Behandlern neben dem Hausarzt diese Informationen bei Bedarf digital einfach zur Verfügung gestellt werden können (s. Telekonsil).

Facharztkonsil:

Eventuell kann im Rahmen von Rise-uP eine Vorstellung beim Facharzt (Neurologe, Orthopäde) nötig sein, um ein Konsil einzuholen. Das geschieht besonders dann, wenn beispielsweise eine spezifische, behandlungsbedürftige Ursache für den Rückenschmerz ausgeschlossen werden muss.

Hausarztzentrierung:

Die Koordination der Behandlung des Schmerzpatienten im Rahmen von Rise-uP soll über den Hausarzt erfolgen. Bei ihm laufen alle, beispielsweise über Telemedizin gewonnene, Informationen zusammen. Er leitet dann entsprechende Behandlungsschritte ein.

Lumbago („Hexenschuss“):

Intensive stechende Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule („Kreuzschmerzen“), etwa ausgelöst durch falsche Bewegungen. Sehr unangenehm, aber meist ungefährlich.

Lumboischialgie:

Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die in ein Bein ausstrahlen.

m-health (mobile health):

Unterstützung von medizinischen Verfahren durch Smartphones oder Laptops (Apps).

Multimodale Schmerztherapie:

Interdisziplinäre Therapie, die besonders beim chronischen Schmerz zur Anwendung kommt. Sie enthält neben ggf. medikamentöser Therapie psycho- und physiotherapeutische Elemente. Außerdem soll der Patient durch Verständnis der Entstehung und Aufrechterhaltung des Krankheitsbildes neue gesundheitsfördernde Verhaltensweisen lernen.

Neuropathischer Schmerz:

Der Schmerz entsteht aufgrund von Nervenschäden im Nervensystem selbst. Er wird oft als brennend oder prickelnd beschrieben und kann schon durch leichte Berührungen oder warmes Wasser ausgelöst werden.

Nationale Versorgungsleitlinien Kreuzschmerz (NVL):

Die NVL gibt Empfehlungen zur Behandlung von Kreuzschmerz, die in Rise-uP realisiert werden. Der Kern ist das biopsychosoziale Modell.

Rücken-App:

Die in Rise-uP implementierte Kaia-App realisiert auf dem Smartphone Elemente der multi-modalen Schmerztherapie, die als der Goldstandard für die Behandlung von Rückenschmerzen gilt. Sie enthält unter anderem körperliche Übungen, psychologische Entspannungstrainingseinheiten und Information über Schmerz (Edukation)

Rise-uP:

Rücken-innovative Schmerztherapie mit e-Health für unsere Patienten. Im Projekt Rise-uP soll der in den Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) Kreuzschmerz postulierte Behandlungsansatz in Kombination mit elektronischer Medizin (Vernetzung durch ehealth, Unterstützung durch mhealth (Kaia-App) angewendet werden.

Schmerzmedizin:

Therapeutische Maßnahmen, die zur Schmerzreduktion führen (sollen).

Schmerz:

Schmerz (Definition in Anlehnung an die IASP - International Association for the Study of Pain) ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird. Durch diese Definition wird deutlich, dass Schmerzen nicht notwendigerweise eine organische Ursache haben müssen.

Telemedizin:

Vernetzung der behandelnden Ärzte (Hausärzte und Fachärzte) über eine elektronische Fallakte und digitale Medien.

Telekonsil:

Mit Hilfe digitaler Medien (ähnlich Skype) bespricht der Hausarzt bei Bedarf den Patienten mit einem Schmerzmediziner. Die elektronische Patientenakte ermöglicht hier komfortable Einsicht von allen Behandlungsbeteiligten.

Therapienavigator:

Der Therapienavigator ist die elektronische Patientenakte, die bei Rise-uP zum Einsatz kommt. Hier werden alle Daten des Patienten gespeichert. So können diese allen in die Behandlung involvierten Ärzten komfortabel zugänglich gemacht werden. Außerdem navigiert der Therapienavigator den Hausarzt durch den NVL-gemäßen Behandlungspfad.